HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
 Naturheilkunde und Psychoonkologie

Unser Informationsservice zum Thema:

Speiseröhrenkrebs ©

Beim Speiseröhrenkrebs werden zwei unterschiedliche Gewebetypen unterschieden. Im oberen und mittleren Anteil finden sich vorwiegend sog. Plattenepithelkarzinome, im unteren Anteil Adenokarzinome.

Speiseröhrenkrebs kommt in Europa relativ selten vor, es gibt jedoch regionale Unterschiede. Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen und Alkoholkonsum, insbesondere der Konsum von hochprozentigem Alkohol. Weitere Risikofaktoren sind die Aufnahme von sog. Nitrosaminen mit der Nahrung, eine Verletzung der Speiseröhre durch eine Laugenverätzung sowie wiederholte Verletzungen des unteren Schleimhautabschnittes durch Aufsteigen von saurem Magensaft in die Speiseröhre (sog. Refluxösophagitis). Auch starkes Übergewicht kann - vermutlich durch Förderung einer Refluxösophagitis - Mitursache der Entwicklung einer Erkrankung an Speiseröhrenkrebs sein.

Speiseröhrenkrebs - Diagnostik  

Speiseröhrenkrebs wird oft erst in weiter fortgeschrittenem Stadium entdeckt. Die Symptome können unterschiedlich sein, es treten Beschwerden beim Schlucken, Schmerzen hinter dem Brustbein, Gewichtsverlust und allgemeine Schwäche auf. Die Diagnose wird meist durch eine Spiegeluntersuchung gestellt. Es kann hierbei eine Gewebeprobe entnommen werden, die unter dem Mikroskop das Ergebnis zeigt.

Weitere dann erforderliche Untersuchungen sind eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes sowie eine CT-Untersuchung. Moderne Verfahren ermöglichen es mittels einer sog. Endosonographie von der Speiseröhre aus eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Hiermit können insbesondere befallene Lymphknoten in der Umgebung erkannt werden. Eine weitere wichtige Frage, die mit der Endosonographie gut beantwortet werden kann, ist die Frage, wie weit die Tumorzellen in die Wand der Speiseröhre eingedrungen sind.

Speiseröhrenkrebs - Therapie

Zur Entscheidung über die Therapiemöglichkeiten werden verschiedene Kriterien herangezogen. Einige werden im sog. TNM-System, der Stadieneinteilung, zusammengefasst. Hierbei steht T für die Ausdehnung des Tumors in der Wand der Speiseröhre, wobei T1 oberflächliche Tumoren, T2 in die Muskelschicht infiltrierte Tumoren, T3 in das umgebende Bindegewebe infiltrierte Tumoren und T4 in benachbarte Organe infiltrierende Tumoren bezeichnet.

Der Buchstabe N steht für den Lymphknotenbefall, wobei N0 tumorfreie Lymphknoten und N1 einen Befall der Lymphknoten bedeutet.

M steht für Fernmetastasen. Hier bedeutet M0 keine Fernmetastasen und M1 das Vorliegen von Fernmetastasen in anderen Organen.  

Die moderne Therapie bei Speiseröhrenkrebs besteht aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Kleine Tumoren ohne Lymphknotenbefall können primär operiert werden. Gelingt es, den Tumor komplett zu entfernen (R0-Resektion), so ist keine weitere Therapie erforderlich. In fortgeschritteneren Stadien mit Lymphknotenbefall oder bei einem Tumor im Stadium T2, T3 oder T4 wird häufig zunächst eine kombinierte Bestrahlung und Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie) vor der Operation durchgeführt. Gelingt es hiermit, den Tumor zu verkleinern, so kann eine Operation besser angeschlossen werden. Neue Studien zeigen, dass bei einem guten Ansprechen auf die Radiochemotherapie auch versucht werden kann, diese fortzusetzen, mit dem Ziel, den Tumor komplett zur Rückbildung zu bringen und auf eine Operation zu verzichten. Das genaue Vorgehen muss im individuellen Fall von Ärzten der verschiedenen Fachgebiete und mit den Patienten abgesprochen werden.

Liegen bei der Erstdiagnose vom Speiseröhrenkrebs bereits Metastasen vor, so wird die Therapie direkt mit einer Chemotherapie begonnen.

In diesem Fall kann bei Einengung der Speiseröhre und Schluckbeschwerden ein Versuch unternommen werden, eine Aufdehnung zu erreichen und einen sog. Stent, also ein stabilisierendes röhrenförmiges Netz, einzusetzen. Dieses hält die Speiseröhre weit, sodass das Schlucken wieder möglich wird. Ist auch dies nicht zu erreichen, so kann eine künstliche Ernährung über eine Sonde, die von außen direkt in den Magen eingebracht wird, hilfreich sein. Eine weitere Alternative Unterstützung bei eingeschränkter Nahrungszufuhr ist eine komplette oder teilweise Ernährung über die Venen (sog. parenterale Ernährung). 

Die Strahlentherapie, mit der der Tumor verkleinert werden soll, kann während und in der ersten Phase nach der Therapie zu Nebenwirkungen der Schleimhäute und Erhöhung der Schluckbeschwerden führen. Ähnliche Probleme können auch bei der Chemotherapie auftreten.

Mit der kombinierten Strahlenchemotherapie wird eine besonders hohe Wirksamkeit durch eine hohe Intensität der Therapie erreicht. Die Patienten müssen aber auch mit einer erhöhten Rate von Nebenwirkungen rechnen. In der Regel ist es in diesen Fällen erforderlich, begleitend eine parenterale Ernährung durchzuführen. Bewährte Chemotherapiesubstanzen während einer Strahlentherapie sind 5-Fluorouracil und Cisplatin.

Diese beiden Substanzen haben sich auch bei alleiniger Chemotherapie bei fortgeschrittenen Tumoren bewährt.

Neue Ergebnisse sprechen dafür, dass die alleinige Radiochemotherapie ohne anschließende Operation genauso wirksam sein kann. Aus diesem Grund sollte die Therapie individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Bei der Operation stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Wird die Speiseröhre entfernt, so kann entweder der Magen nach oben gezogen werden oder eine Ersatzspeiseröhre aus einem Darmteil geformt werden. 

Angebot für Patienten mit Speiseröhrenkrebs in der Habichtswald-Klinik Kassel,
Abteilung Onkologie
 

Patienten, die mit der ersten Diagnose oder einer Rezidivdiagnose konfrontiert werden, können sich im Rahmen unserer Second opinion eine zweite Meinung einholen. 

Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes können Chemotherapien begonnen oder fortgeführt werden. In ausgewählten Fällen ist in Kooperation die Durchführung einer Strahlentherapie möglich.

Speiseröhrenkrebs - Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation 

Als Bestandteile einer ganzheitlichen Abteilung tragen alle unsere therapeutischen Angebote gemeinsam zu der Wiedererlangung der Einheit von Körper, Geist und Seele bei.

Patienten, die nach Speiseröhrenkrebs zu einer Anschlussheilbehandlung im Rahmen einer Rehabilitation zu uns kommen, erfahren eine intensive Begleitung der Therapie, die zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führen soll. 

Im Rahmen der Behandlung eines Patienten mit einem Speiseröhrenkrebs gibt es keine komplementäre Therapie, die die Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie ersetzen kann. Wir wissen aber, dass komplementäre Verfahren die Lebensqualität während und nach der schulmedizinischen Therapie erhöhen können. Unter komplementären Verfahren verstehen wir gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel, die Pflanzenheilkunde, z. B. zur Linderung von postoperativ auftretenden Hormonentzugssymptomen, zur Unterstützung von Entspannungsverfahren, zur natürlichen Beeinflussung von Ängsten und Depressionen.

Darüber hinaus hat es sich die Naturheilkunde zum Ziel gesetzt, das unter der Krebserkrankung und der Schulmedizin leidende Immunsystem zu stärken und in seinem Kampf gegen die Krebserkrankung zu unterstützen. 

Ganzheitliche Medizin bedeutet für den Krebspatienten eine Berücksichtigung aller Dimensionen des Lebens, also neben rein körperlichen Gesichtspunkten auch die geistigen und seelischen Aspekte.

Viele Therapieansätze aus der Ganzheitsmedizin zielen nicht direkt auf die Zerstörung des Tumors sondern auf die Stärkung der körpereigenen Kräfte und die Förderung der Gesundung (siehe auch meinen Beitrag zur Salutogenese). 

Eine begleitende und wieder aufbauende psychologische Betreuung soll die Erfahrung der lebensbedrohlichen Erkrankung überwinden helfen und ein positives Gestalten der eigenen Zukunft ermöglichen. Speziell onkologisch erfahrene Psychotherapeuten begleiten unsere Patienten in Gruppentherapien und Einzeltherapien. Durch Einzeltherapien ist es möglich, nicht nur die unmittelbare Verarbeitung der Krebsdiagnose, sondern auch in der Lebensgeschichte der Patientin liegende Probleme zu thematisieren und gezielt zu bearbeiten.

Es gelingt so sogar für Patienten in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium, die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass durch diese Verbesserung der Lebensqualität auch die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden.

Wesentlich tragen die Mitarbeiter der Krankengymnastik und der Bäder- und Massageabteilung dazu bei, dass der Patient körperliches Wohlbefinden wiedererlangt. Im Rahmen der Krankengymnastik, Sporttherapie und in der Massage- und Bäderabteilung werden verschiedene Therapieformen eingesetzt, um gezielt die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und wieder Zutrauen in den eigenen Körper zu finden und auch auf diesem Weg einen höhere Lebensqualität zu erreichen. 

Die Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie. Es gibt keine gezielte Krebsdiät, die den Tumor beseitigen könnte, aber durch eine gesunde Ernährung kann viel zur Stärkung des Körpers beigetragen werden. Dabei muss die Krankheitsgeschichte des Patienten berücksichtigt werden. Deshalb bieten wir verschiedene Formen einer vollwertigen Ernährung und Vitalkost (ausgewogenen Form der Makrobiotik) aber auch alle medizinisch erforderlichen Diäten an. Darüber hinaus können Patienten in unserem Haus die ayurvedische Ernährung kennen lernen.

Das Hauptproblem von Patienten mit Speiseröhrenkrebs nach der Akutbehandlung ist es, mit dem Schlucken, also der Nahrungsaufnahme, zurecht zu kommen: Oft sind nur sehr kleine Mahlzeiten möglich, es kommt leicht zu Übelkeit, und die oft lange anhaltende Appetitlosigkeit erschwert zusätzlich eine Gewichtszunahme. 

Die Ernährungstherapie richtet sich nach den Bedürfnissen und Symptomen des Patienten. In der Regel ist es unter der Therapie oft auch schon im vorangehenden Krankheitsverlauf zu einer deutlichen Gewichtsabnahme gekommen. Patienten können nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, oft kommt es zu Unverträglichkeiten von Milchprodukten, fetten Speisen, Abneigung gegen Fleisch, so dass, um eine ausgewogene Ernährung zu erreichen, spezielle Kostformen mit häufigen kleinen Mahlzeiten angeboten werden müssen. Soweit erforderlich, kommen ergänzende Ernährungen in Form von Nahrungskonzentraten („Astronautenkost“) oder in Form einer Ernährung über die Venen in Frage. Auch eine komplette Ernährung über die Venen ist in unserem Hause möglich. 

Bei der Diagnose Krebs taucht bei vielen Patienten die Frage nach dem Sinn auf. Hier bietet unsere Klinik einzigartige Möglichkeiten, auf freiwilliger Basis verschiedene Angebote zu nutzen, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Hierzu gehören vorbereitend Entspannungsverfahren und ein nicht konfessionell gebundenes spirituelles Angebot. Wesentlich zur Wiedererlangung der eigenen Kräfte und Freude am eigenen Schaffen ist die freiwillige Teilnahme am kreativen Angebot. 

Patienten, die mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen in unser Haus kommen, werden umfassend und vertrauensvoll über das für und wider jedes Behandlungsschrittes sorgfältig in Gespräch zwischen Arzt und Patient aufgeklärt.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

Animationen animierte Augen

Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte - von Akute Leukämie bis Zweite Meinung -  finden Sie hier.

Die „Komplementäre Onkologie“ von Jutta Hübner: Ein Buch, das Sie als Onkologe oder als Hausarzt, Internist, Gynäkologe oder Urologe, der mit Krebspatienten konfrontiert ist, immer wieder konsultieren werden. Alle Komplementärsubstanzen als Patienteninformation auf CD-ROM!

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Komplementäre Onkologie, Supportive Maßnahmen und evidenzbasierte Empfehlungen

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juni 2010

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Unsere Klinik ist von allen gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl. der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621, E-Mail)

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